Die rote Wand in der Küche

Manche Arbeiten haben ja eine lange Vorgeschichte. Nehmen wir die rote Wand in der Küche. Sie war ursprünglich weiß. Aber schon bei unserem Einzug haben wir uns über eine Lüftung in der Dachschräge gewundert. Komplett unnötig, denn man kann ja einfach und besser das Fenster öffnen, statt eine elektrische Lüftung einzuschalten. Da wir eine Wand herausreißen ließen, hatte die Lüftung aber sowieso keinen Strom mehr. Sie war also unnütz geworden, ein Loch in der Dachschräge.

Ein Loch in der Dachschräge

Wir klebten zunächst einen fancy Wall Sticker darüber – der wollte aber nicht halten. Dann schraubten wir ein dünnes Brett darüber und befestigten darauf ein Foto auf einer Schaumstoffplatte gedruckt – leicht genug, um auch in der Schräge zu halten. Das hätte so noch lange bleiben können – wenn nicht uns nicht ein Malheur passiert wäre. Die Geschichte, warum die weiße Wand plötzlich viele bräunliche Kaffeeflecken hatte, ist zu lang, um sie zu erzählen. Es war einfach so.

Also war klar, dass wir streichen müssen. Auf eine rote Wand haben wir uns schnell geeinigt, denn im Fliesenspiegel kommt auch Rot vor. Was aber tun mit dem Loch in der Schräge? Einfach mit Tapete überkleben? Nö. Wir haben 

  1. mit einem Blatt Papier den Umriss des Lochs nachgezeichnet. 
  2. Diese Schablone auf ein Stück ganz dünnes Holz gelegt und ausgesägt.
  3. Diese Holzscheibe in das Loch gesteckt.
  4. Mit Moltofill ganz vorsichtig den Rand ausgeputzt und das Holz überstrichen.
  5. Ein Stück Tapete darüber geklebt.
  6. Die Wand rot gestrichen.
Gut abkleben ist wichtig
Gut abkleben ist wichtig

Die Fensternische ist übrigens nicht weiß, sondern sehr hellgrau – so wie die zweite Farbe im Fliesenspiegel.

Was uns die rote Wand gekostet hat

Finanziell war der Aufwand überschaubar – zwei kleine Eimer Farbe, Malerzeug, das dünne Holz – deutlich unter 100 Euro. Das Stopfen des Lochs hat alles in allem vielleicht eine Stunde gedauert, das Streichen der Wand alles in allem vielleicht drei Stunden mit Abkleben.

So haben wir mit wenig Aufwand zusätzlich zum neuen Stauraum im Regal auch noch eine optische Verschönerung vorgenommen. Das Beispiel zeigt: Man muss die Dinge einfach angehen, dann wird’s schon.